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08.06.2017

Aus diesem Grund lud Andreas Pahl die mit Preisen ausgezeichneten St ...
Förderung von Projekten zu "Medizintechnische Lösungen bei Multimorbidität"
Die Bekanntmachung "Medizintechnische Lösungen bei Multimorbidität" leitet sich aus den Handlungsempfehlungen des Nationalen Strategieprozesses "Innovationen in der Medizintechnik" ab. In Umsetzung des Nationalen Strategieprozesses ist es das Ziel dieser Fördermaßnahme, einen aktiven Beitrag im Bereich der medizintechnischen Forschung und Entwicklung (FuE) zu leisten, um die Patientenversorgung zu verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems auszubauen sowie die Innovationskraft der medizintechnischen Forschung zu stärken. Mit dem Thema "Multimorbidität" greift die Bekanntmachung auch die Forschungsagenda der Bundesregierung zum Thema "demographischer Wandel", insbesondere das Forschungsfeld "Älter werden bei guter Gesundheit" auf.

Mit der Fördermaßnahme "Medizintechnische Lösungen bei Multimorbidität" soll hierbei eine anwendungsnahe sowie am Bedarf ausgerichtete Forschung in einem Themengebiet unterstützt werden, das eine der drängendsten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen in den Fokus rückt. Die hierfür notwendige Vernetzung der Akteure soll einen Beitrag zur langfristigen Entwicklung der Medizintechnik als Schlüsselbranche für ein integriertes Versorgungsmanagement leisten.

Chronische Krankheiten zählen heute in den Industrie- und Schwellenländern zu den häufigsten und gesundheitsökonomisch bedeutsamsten Gesundheitsproblemen. Insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, muskuloskelettale Erkrankungen, psychische Erkrankungen und Diabetes mellitus sind weit verbreitet und dominieren inzwischen in weiten Teilen der Welt die Todesursachenstatistik. Sie haben erhebliche sozioökonomische Folgen durch verlorene Lebensjahre, verringerte Arbeitsfähigkeit, erhöhte Pflegebedürftigkeit und eingeschränkte Lebensqualität sowie die entstehenden Krankheitskosten selbst. Mehr noch, das Vorkommen einer Multimorbidität, also einer zumeist chronischen Mehrfacherkrankung, bei der in der Regel mehrere Organsysteme betroffen sind, ist für die gesundheitliche Lage weiter Teile der Bevölkerung charakteristisch. Mit zunehmendem Alter bestehen derartige Mehrfacherkrankungen jedoch nicht mehr unabhängig voneinander, vielmehr greifen Krankheitsfolgen, damit verbundene Funktionseinschränkungen sowie erforderliche pharmazeutische, aber auch akut- und rehabilitationsmedizinische Therapien in komplexer Weise ineinander.

Hieraus resultiert für die Betroffenen ein hohes Risiko, dass die Behandlung einzelner Erkrankungen die Verschlechterung anderer Erkrankungen zur Folge hat und im Ergebnis auftretende Fehl- oder Minderfunktionen von Organsystemen nicht mehr kompensiert werden können. Damit sind Einbußen an unabhängiger Lebensführung, Sozialkontakten, gesundheitlichen Ressourcen und Lebensqualität verbunden, außerdem ergibt sich häufig ein vielschichtiger und ausgesprochen individueller Behandlungsbedarf. Die individuellen Behandlungskonzepte müssen besser koordiniert und aufeinander abgestimmt werden.

Vor diesem Hintergrund müssen effektive Ansätze entwickelt werden, um dem Auftreten neuer Erkrankungen präventiv entgegenzuwirken, das Fortschreiten bestehender Erkrankungen zu vermeiden, das Ausmaß notwendiger akutmedizinischer Eingriffe bestmöglich zu reduzieren und eine effektive frührehabilitations- und rehabilitationsmedizinische Behandlung älterer Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.
Hierfür bedarf es eines angepassten Zugangs zum Patienten sowohl in medizinischer wie in organisatorischer Sicht.

Medizintechnische Lösungen bieten diesbezüglich ein enormes Potenzial. Das Ziel von medizintechnischen Produktinnovationen sollte es im Rahmen dieser Maßnahme sein, das Risiko einer Behandlungsbedürftigkeit einer Mehrfacherkrankung durch präventive Maßnahmen zu senken, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, das therapiebedingte Auftreten weiterer Erkrankungen zu verhindern und insbesondere Wechselwirkungen zwischen einzelnen Erkrankungen zu minimieren. Hierbei sind insbesondere Funktionseinschränkungen so schnell, so minimal-invasiv und so umfassend wie möglich zu beheben oder zumindest hinsichtlich ihres Ausmaßes abzuschwächen. Relevante temporäre oder dauerhafte Funktionseinschränkungen der Patienten betreffen den Bewegungsapparat (z. B. längere Zeiten der Immobilität, der herabgesetzten körperlichen Belastbarkeit, der Instabilität oder Sturzneigung), das Nervensystem (z. B. Kommunikations-, Seh-, Hör-, Angst- oder Kognitionsstörungen), Störungen des Gastrointestinal- oder des Urogenitaltrakts, aber auch Komplikationen, Wunden, Schmerzen nach chirurgischen oder anderen medizinischen Maßnahmen oder Medikationsprobleme.


Weitere Informationen: BMBF 

Quelle: BMBF-Bekanntmachung vom 29.07.2013


Business + Innovation Center Kaiserslautern GmbH, 11.11.2013
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