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08.06.2017

Aus diesem Grund lud Andreas Pahl die mit Preisen ausgezeichneten St ...
Der Masterplan Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz
"Der Masterplan Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz ist ein Kernelement der landesweiten Initiative, die gemeinsam vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und dem Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung getragen wird.  Zusammen mit den Partnern Institut für Arbeit und dem bfw hat die Initiative Gesundheitswirtschaft mit dem Masterplan ein Drehbuch und Handlungsrahmen erarbeitet, um die Chancen der Gesundheitswirtschaft für die Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz stärker zu nutzen."

Vorwort zum Masterplan Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz


"„Gesundheit – im Sinne des Wohlbefindens von Körper,Geist und Seele – ist das höchste Gut des Menschen“. Diese Aussage ist heute aktueller denn je.

Den Menschen ist es wichtig, gesund zu bleiben,gesund zu werden oder auch mit einer Einschränkung möglichst lange selbstbestimmt leben zu können. Gesundheit ist für alle existenziell. Deshalb ist ein leistungsfähiges, hochmodernes und zugleich humanes und soziales Gesundheitswesen, wie wir es in Deutschland haben, so elementar. Gleichzeitig wächst bei vielen Bürgerinnen und Bürgern die Bereitschaft, sich die eigene Gesundheit und die Vorsorge zusätzlich etwas kosten zu lassen.

Im Zentrum des Gesundheitswesens steht „der Dienst am Menschen“. Das Gesundheitswesen ist – jenseitsaller Kostendiskussionen – aber auch ein wichtiger, zukunftsfähiger Arbeitgeber und ein dynamischer Wirtschaftsfaktor mit enormer Wertschöpfung.

Das gilt für alle Branchen, die direkt und indirekt im Gesundheitsbereich tätig sind: sei es als Zulieferer von Technologielinien, von Produkten oder Dienstleistungen oder sei es als Partner im Bereich der Prävention und Gesunderhaltung. Sie alle gemeinsam bilden die so genannte Gesundheitswirtschaft, einen wichtigen Zukunftsmarkt mit hohem Innovations-, Wachstums- und Beschäftigungspotenzial.

Allein in Rheinland-Pfalz sind in der Gesundheitswirtschaft in den Jahren 1998 und 2005, in einem Zeitraum, in dem die wirtschaftliche Entwicklung nicht so positiv war wie zurzeit, 19.700 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden.

Das entspricht einem Plus von 13 Prozent – so viel wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich. Mittlerweile ist jeder sechste sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Rheinland-Pfalz in der Gesundheitswirtschaft tätig.

Die Bruttowertschöpfung belief sich im Jahr 2005 auf rund 8,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil an der gesamten rheinland-pfälzischen Wertschöpfung von 9,5 Prozent. 2005 ist jeder zehnte Euro in Rheinland-Pfalz in der Gesundheitswirtschaft erwirtschaftet worden. Damit ist die Gesundheitswirtschaft eine zentrale Säule für die heutige Stärke und die zukünftige Entwicklung des Wirtschafts- und Beschäftigungsstandortes Rheinland-Pfalz.

Der Trend zur Erhaltung der Vitalität, das stärkere Gesundheitsbewusstsein und die steigende Lebenserwartung haben neue Prioritäten geschaffen, die ein erhebliches Marktpotenzial für vorsorgende Angebote und neue Produkte oder Dienstleistungen bergen. Die Entwicklung neuer Technologien oder Prozesse, besondersin den Bereichen Pharma, Medizintechnik oder Biotechnologie, ist ein weiterer wichtiger Impulsgeber. Alle vier Faktoren zusammen tragen dazu bei, dass die Gesundheitswirtschaft eine enorme wirtschaftliche Dynamik aufweist und davon auszugehen ist, dass dieser Markt auch in den kommenden Jahren überproportional wachsen wird.

Das sind alles in allem gute Voraussetzungen, diesen Wachstumsmarkt und die Potenziale, die sich für Rheinland-Pfalz abzeichnen, zu fördern und gleichzeitig das hohe Niveau der gesundheitlichen Versorgung zu halten.

Um die Chancen dieses wachsenden Marktes in Rheinland-Pfalz noch besser zu erschließen, haben das Gesundheitsministerium und das Wirschaftsministerium eine gemeinsame Initiative Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz gestartet. Aufgabe der Initiative ist es, die Weichen so zu stellen, dass die Potenziale dieses
Wachstums marktes für das Land möglichst gut genutzt werden können. Wichtig ist dabei, die einzelnen Angebote regional und überregional besser aufeinander abzustimmen und die Potenziale der unterschiedlichen Sektoren koordiniert zu nutzen. Dadurch haben die verschiedenen Regionen in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit zur Spezialisierung und Schwerpunktbildung bei gleichzeitiger Abstimmung und Vernetzung mit den übrigen Regionen. So können Standortstärken von der Prävention bis zur Rehabilitation unterstützt und überregional vernetzt werden.

Die Initiative will die Potenziale aktivieren, die sich nicht von alleine realisieren. Die drei großen Themen – demografischer Wandel, medizinisch-technologischer Fortschritt, Wertewandel – werden dazu führen, dass die Gesundheitswirtschaft eine Wachstumsbranche bleiben wird. Der Initiative geht es vor allem darum, die Potenziale für Wachstum und Beschäftigung zu erschließen, die nur dann wirksam werden können, wenn hierfür neue und innovative Kooperationen, Vernetzungsstrukturen, Produkt- und Dienstleistungsketten verwirklicht werden.

Die Landesregierung will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Wirtschafts- und Gesundheitsstandort Rheinland-Pfalz zukunftsfähig aufgestellt ist und weiter attraktiv für die Ansiedelung von Unternehmen ist.Dabei ist die Art, wie die Akteure und Akteurinnen der Gesundheitswirtschaft zusammenarbeiten, von zentraler Bedeutung. Das entscheidet nicht nur über die Qualität der Versorgung, sondern bestimmt auch darüber, auf welchem Niveau sich die Gesundheitswirtschaft in Rheinland-Pfalz weiterentwickelt.

Dabei gehen wir in Rheinland-Pfalz von einem umfassenden Verständnis der Gesundheitswirtschaft aus. Neben dem klassischen Gesundheitswesen, zu dem Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegedienste bzw. Pflegeeinrichtungen, Vorsorge- und Reha-Einrichtungen zählen, gehören zur Gesundheitswirtschaft auch Vorleister und Zulieferer, wie die Pharmazeutische Industrie, die Biotechnologie, das Gesundheitshandwerk, die Medizin- und Gerontotechnik, der Handel mit Gesundheitsprodukten, die Gesundheits- bzw Health-Care-Logistik oder die Medizininformatik/E-Health. Dazu gehören auch die Nachbarbranchen, wie die gesundheitsbezogenen Segmente des Tourismus, der Ernährung, der Sport- und Freizeit angebote, des Bauens und Wohnens oder der Umwelttechnologie.

Begonnen hat die Initiative Gesundheitswirtschaft Anfang 2007 mit einem Fachkongress in Bad Kreuznach. Über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Branchen und Institutionen der Gesundheitswirtschaft haben sich ein erstes Bild zu den vielfältigen Bereichen und Potenzialen der Gesundheitswirtschaft in Rheinland-Pfalz gemacht. Interessante Einblicke lieferten mehr als ein Dutzend innovative Aussteller.

Grundlage der Arbeit im Jahr 2007 war der Auftrag für eine Basisstudie beim Institut für Mittelstandsökonomie
(Inmit) an der Universität Trier e.V., in der neben allgemeinen Marktinformationen und Trends auch Steckbriefe mit Informationen über alle in der Initiative Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz gebündelten 22 Teilmärkte erarbeitet wurden. Ziel war es, die Entwicklungen und Trends in der Gesundheitswirtschaft in und für Rheinland-Pfalz, seine Regionen, Betriebe und Beschäftigten zu identifizieren und auf dieser Basis die Stärken und Potenziale am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz aufzuzeigen.

Diese Zahlen, Fakten und Informationen reichen von der Beschäftigungsentwicklung über die Wertschöpfungsdaten und Anbieter strukturen bis hin zu Trends und Produktportfolios der Teilmärkte und der Gesamtbranche in Rheinland-Pfalz – und auch im Bundesvergleich. Ergänzt wurde die Studie durch sechs so genannte Regionensteckbriefe, die die Struktur, die Chancen und Möglichkeiten der regionalen Gesundheitswirtschaft in sechs rheinland-pfälzischen Regionen skizzieren. Diese Informationen stehen der interessierten Öffentlichkeit und den Experten und Expertinnen der Branche als gedruckte Broschüre oder als Dateien im Internetauftritt der beiden Häuser zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung. Darüber hinaus informiert ein zweimonatlich erscheinender Newsletter über die aktuellen Aktivitäten der Initiative bzw. Dritter aus dem Land.

In einem weiteren Schritt haben wir eine Expertenkommission aus 28 Expertinnen und Experten der verschiedenen Teilmärkte der Gesundheitswirtschaft unter dem Vorsitz von Herrn Professor Dr. Marbod Muff, Vorstandsmitglied von Boehringer Ingelheim, berufen. Ihre Aufgabe war, die Trends innerhalb der Gesundheitswirtschaft zu benennen und mit Blick auf die Stärken, Potenziale und Chancen für Rheinland-Pfalz Handlungsansätze abzuleiten.

Um auch die Kompetenzen und Ideen vor Ort zu nutzen, sind wir im Januar und Februar 2008 in Dialog mit den Regionen getreten. Bei sechs Regionalkonferenzen haben wir die vorliegenden Informationen, Erkenntnisse und Empfehlungen mit den Akteuren und Akteurinnen vor Ort und Interessierten ausgetauscht und diskutiert. Dabei wurden zahlreiche Projektskizzen und Ideen erarbeitet, die den Regionen eine solide Basis zur spezifischen Stärkung und Weiterentwicklung der regionalen Gesundheitswirtschaft bieten.

All diese Vorarbeiten sind in den nun vorliegenden Masterplan Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz eingeflossen. Bei der Erstellung des Masterplans wurde die Landesregierung vom Institut Arbeit und Technik (IAT) und dem Berufsfortbildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes (bfw) unterstützt. Beide Partner haben die Materialien gesichtet, sortiert und – ergänzt um eine eigenständige Versorgungs- bzw. Wertschöpfungskettenbetrachtung – gebündelt.

Der Masterplan soll der Landesregierung und allen, die in der Gesundheitswirtschaft Verantwortung tragen, als Grundlage dienen, für Rheinland-Pfalz und seine Regionen alle Chancen der Gesundheitswirtschaft zu nutzen. Mit dem Masterplan wollen wir die Gesundheitswirtschaft in Rheinland-Pfalz wirksam voranbringen, damit sie sich zu einer Leitbranche entwickeln kann. Die Landesregierung wird die Umsetzung des Masterplans begleiten und mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auch finanziell unterstützen. Wir werden Schwerpunkte definieren, derer wir uns in Form von Landesleitprojekten gezielt annehmen. Bei der Entwicklung der Gesundheitswirtschaft sind wir wesentlich auf die Unterstützung und Zusammenarbeit der Regionen angewiesen. Sie kennen am besten die Bedarfe und Potenziale, sie kennen die Partner und Partnerinnen vor Ort, sie haben die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung in
der Region.

Wir verfolgen gemeinsam das Interesse, das Wachstums-, Innovations- und Beschäftigungspotenzial der Gesundheitswirtschaft für Rheinland-Pfalz und seine Bürgerinnen und Bürger durch neue Formen der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit so gut wie möglich zu nutzen. Kooperationsplattformen sollen die Bündelung von Kompetenzen aktiv unterstützen, um die Chancen für seit langem erfolgreiche Industrien und für junge, innovative Unternehmen im Land zu optimieren und das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft zu stärken. Wir wollen dazu beitragen, dass neue Angebote und Prozesse zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und sichern. Die Chancen der Aus- und Weiterbildung in den neuen Berufsfeldern der Gesundheitswirtschaft wollen wir noch besser nutzen, damit junge Menschen eine interessante und attraktive Arbeits- und Lebensperspektive haben.

Unser Ziel ist es, die Beschäftigung und die Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft deutlich zu stärken und gleichzeitig die Versorgung im Gesundheitswesen und in der Pflege weiter auf hohem Niveau zu sichern. Auch in Zukunft muss gelten: Die Gesundheitswirtschaft steht im Dienst der Menschen."


Masterplan Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz: hier


Quellen:
Homepage "Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz" (MWKEL), Vorwort zum Masterplan Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz


Business + Innovation Center Kaiserslautern GmbH, 07.02.2014


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